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Restlos besetzt waren alle aufgestellten Stühle im Generationenhaus. Sie reichten nicht aus um allen Besuchern Platz zu bieten. Die Gemeindeverwaltung hatte eingeladen um über die in diesem Jahr anstehenden Themen zu berichten. Der diesjährige Haushalt der Gemeinde und die offen sichtlichen Probleme hierzu wurden ausführlich erläutert. Als wichtigen Grund für die, trotz sprudelnder Steuereinnahmen, zunehmenden Probleme des Haushaltsausgleichs sind der Bevölkerungsverlust und die damit in Zusammenhang stehenden Einnahmeverluste der Gemeinde zu sehen. Die Einwohnerzahl des Dorfes hat von 2008 mit 738 Einwohnern bis Ende 2017 auf ca. 650 abgenommen. Von jedem Lohnsteuerzahler erhält die Gemeinde einen Betrag, bei abnehmender Einwohnerzahl entsprechend weniger. Der größte Ausgabenschwerpunkt ist das vom Kreis angemeldete Projekt zur Breitbandversorgung. Weiter folgen Unterhaltungsaufwände die unumgänglich sind. Der Niederbach und der parallel verlaufende Wirtschaftsweg entwickeln sich immer mehr zum finanziellen Risiko. Die Ortsgemeinde muss auch in diesem Jahr nach 2017 wieder ca. 10.000 € für die Sicherung der Böschungen zur Reparatur von Stützmauern ausgeben. Seit Jahren bereiten Starkregenfälle und Schneeschmelzen immer größere Probleme und erhöhen die Kosten für die Unterhaltung des Weges. Zuschussmittel sind kaum erreichbar, die Kostenlast liegt alleine auf dem Rücken der Gemeinde. Den jährlichen Abtrag der Kredite aus der Renovierung des Generationenhauses kann die Gemeinde bedienen. Aus der Erschließung des NBG Leh sind noch Verpflichtungen zu schultern. Niederburg kann sich finanziell weiter entwickeln, kann jedoch nicht auf großem Fuß Gelder ausgeben.

Die Inbetriebnahme der Glasfaserversorgung durch Innogy wurde abgefragt und die Entwicklung erläutert. Die Firma hat für Anfang Mai (9. Mai) einen Termin zu einer Info-Veranstaltung reservieren lassen. Die kurz vorher stattgefundene Inbetriebnahme und die Möglichkeiten des Betriebs werden von Fachkräften des Unternehmens erläutert. Weitere Infopunkte waren die Entwicklung um die Erweiterung des NBG Leh2 und die Vermarktung der Bauplätze, Das Straßenbauprojekt in der Rheingoldstraße war weiterer Beratungspunkt. Bis auf wenige Restarbeiten sind die Maßnahmen fertiggestellt. Die endgültige Abrechnung wird im Anschluss durch die VG erfolgen.

Die Kommunalreform, bei der die Verbandsgemeinde St. Goar-Oberwesel aufgelöst wird und der ausgelöste Bürgerentscheid waren weiterer Beratungspunkt. Wie erwartet war das Informationsbedürfnis zu Details groß, feststellbar war aber auch ein großer Kenntnisstand der Versammlungsteilnehmer. Der Ortsbürgermeister erläuterte zum wiederholten Male die Entwicklung der Fusionsbemühungen und das Scheitern mehrerer Versuche bisher. Aus der Versammlung war keine positive Wortmeldung zu einem Weg Richtung Boppard zu erhalten, der Trend der Versammlung in Richtung Emmelshausen war eindeutig erkennbar. Am späten Abend schloss die Versammlung mit einem Aufruf sich unbedingt an dem Bürgerentscheid zu beteiligen.

Hermann Josef Klockner, Ortsbürgermeister