Buergerversammlung1Gut besucht war die Bürgerversammlung 2019 im Generationenhaus in Niederburg. Ein besonderer Willkommensgruß des Ortsbürgermeisters galt Bürgermeister Thomas Bungert und den zahlreich erschienenen interessierten Bürgerinnen und Bürgern.

Nach einführenden Grußworten konnte Bürgermeister Bungert die Gelegenheit nutzen, Schwerpunkte der derzeitigen Arbeit aus Sicht des Verbandsbürgermeisters abzugeben. Er ließ das Bürgerbegehren des vergangenen Jahres und die Fortschritte bei der Fusion der Verbandsgemeinden Emmelshausen und St. Goar Oberwesel Revue passieren. Die weiteren Planungen zur Abwasserbeseitigung und im Feuerwehrwesen waren weitere Themenpunkte. Er konnte über die Zusage zur Beschaffung eines MTW für die Feuerwehr Niederburg berichten. Die Ausschreibung für die Anschaffung dieses Fahrzeugs ist gestartet, man erhofft sich eine Auslieferung passend zum Jubiläumsfest der Bambini Feuerwehr Ende August diesen Jahres. An den Anschaffungskosten beteiligt sich neben der VG der Rhein Hunsrück Kreis und der Förderverein der Feuerwehr. Die Ortsgemeinde hat eine Entlastung der Kasse des Fördervereins in Höhe von 2000€ zugesagt, der Förderverein rechnet bei 42.000€ Gesamtkosten mit ca. 16.000€ Eigenanteil abzüglich der Kostenübernahme der Ortsgemeinde.

Bürgermeister Bungert und Ortsbürgermeister Klockner konnten im Rahmen der Versammlung Regina König für zwanzigjährige Mitgliedschaft in Gemeinderäten eine Dankurkunde des Gemeinde- und Städtebundes überreichen.

Wolfgang Schink, Seniorchef der Firma Holzbau Schink hatte zum Jahreswechsel eine Auszeichnung der Ministerpräsidentin des Landes für besondere Leistungen im Zimmererhandwerk in der Denkmalpflege entgegen nehmen können. Hier war die Renovierung des „Alten Haus“ in Bacharach Anlass zur hohen Auszeichnung des Landes. Ortsbürgermeister Klockner und Bürgermeister Bungert gratulierten in der Bürgerversammlung. Klockner hob auch die immer offene Unterstützung Niederburger Vereine und der Ortsgemeinde durch die Fa. Schink und besonders durch den Seniorchef Wolfgang und Betriebsleiter Markus Schink hervor. Die Versammlung dankte sowohl den Grußworten der Bürgermeister als auch den Dankesworten von Wolfgang Schink mit anhaltendem Applaus.

Rechenschaft über die Leistungen der Gemeinde im Jahr 2018 als auch eine Vorschau auf das Jahr 2019 folgten. Die Vorbereitungen zum Bürgerentscheid für die Kommunalreform standen zunächst auf der Agenda. Der Wirtschaftsweg im Niederbachtal als auch die damit verbundenen Kosten für die Erhaltung beschäftigt die Gemeindeverwaltung seit Jahren. Immer nach Starkregenereignissen werden die Stützanlagen und Trockenmauern nachhaltig geschädigt. Ungeplante 17.000€ Instandsetzungskosten weist der Abschluss des Haushalts 2018 aus. Zuschussmittel sind leider keine zu erwarten, so dass die Gemeinde alleiniger Kostenträger ist. Baumaßnahmen wie die Erweiterung des NBG Leh 2., die Vermarktung der Bauplätze und die Straßenbauarbeiten in einem kleinen Teil der Rheingoldstraße wurden zum Abschluss gebracht. Regionale und überregionale Prüfungen von Baumaßnahmen der Gemeinde durch die Fachbehörden des Kreises, der ADD und des Landesrechnungshofes konnten ohne Beanstandungen als abgeschlossen bezeichnet werden. Sowohl die Verwaltung als auch die Handlungsweise der Gemeindeverwaltung wurden nicht negativ kritisiert. Die im Rahmen der Erweiterung des NBG Leh 2 notwendig gewordene biologische Ersatzmaßnahme wurde umgesetzt. An der Kuno Brücke entstanden Teiche, die zum einen der Wasserregulierung des Niederbachs und zum anderen der Natur und allen Lebewesen als Erholungs- und Lebensraum dienen sollen.Buergerversammlung2

Mit den Aussichten auf das Jahr 2019 wurde der Vortrag weitergeführt. Nach der Veräußerung weiterer Bauplätze sind jetzt alle erschlossenen Plätze verkauft. Der Gemeinderat berät in der neuen Legislaturperiode über die Erweiterung des NBG. Die Restflächen zur nächsten Erschließung sind bereits im Besitz der Gemeinde,  Biotop-Ausgleichflächen sind geschaffen, Planungsgrundlagen sind gelegt. Auf dem Gemeindefriedhof wird das Ensemble der Stelen-Anlage erweitert. Die nötigen Teile werden bestellt und im Spätsommer montiert. Alle gemeindlichen Vorbereitungen zur Bauausführung sind geschaffen. Der Breitbandausbau wird in diesem Jahr im NBG Leh fortgesetzt. Mehr als 18.000€ nimmt die Gemeinde dafür in die Hand, um bei einem Kreisprojekt zur Modernisierung der Kommunikationsinfrastruktur dabei zu sein. Der Gemeinderat hat in seiner vergangenen Sitzung u.a. die Rückkehr in den Elektrizitäts Zweckverband Vorderhunsrück beschlossen. Damit ist die Gemeinde mit ihrem Aktienkapital wieder in der Interessengemeinschaft der Aktien besitzenden Gemeinden vertreten. Für das Haushaltsjahr 2019 können Verwaltung und Bürgermeister einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen. Zur Schuldenreduzierung, in der Hauptsache resultierend aus der Sanierung des Generationenhauses, Straßenbau und Erweiterung des NBG Leh, leistet die Gemeinde Abtrags Leistungen von mehr als 200.000€. Alle zur Verfügung stehenden Mittel werden hierzu eingesetzt. Sorge bereitet Bürgermeister Klockner der nach wie vor anhaltende Bevölkerungsverlust. Die Anzahl der nachgewiesenen Niederburgerinnen und Niederburger liegt derzeit bei 644 damit fast 100 Einwohner unter der Zahl von 2008 mit 738 Personen. Nicht nur die junge Generation hat das Dorf verlassen, auch die damit verbundene Reduzierung der Finanzen bereitet Sorge. Die zur Vermarktung freien Häuser im Dorf sind auf eines reduziert, fast überall konnten Landes-Mittel aus der Dorferneuerung zur Verfügung gestellt werden.

Bürgermeister Klockner nutzte seine letzte Gelegenheit ein Resümee der Jahre seit 2004 zu ziehen. Die Zusammenführung der Niederburger, sowohl der unverzichtbar zum Dorf gehörenden Vereine als auch der Bevölkerung insgesamt habe er als seine Hauptaufgabe zu Beginn seiner Amtszeit gesehen. Maßnahmen des Straßenbaus, der Sportplatzerweiterung, der Dorfmoderation und Dorferneuerung, des Bolzplatzes mit Hütten- und Beach Volley Platz Bau, Überplanung des Gemeindefriedhofes und damit verbundene Reduzierung  des Unterhaltungsaufwandes, Hammerdorfaktion, Umgestaltung von alter Schule und Mehrzweckgebäude zum Generationenhaus waren zu Beginn der Amtszeit die Herausforderungen. Wettbewerbe, die Niederburg auf die vorderen Stellen brachte, die Schwerpunktanerkennung, die Erweiterung des NBG Leh folgten. Die alten Dorfbrunnen wurden wieder alle in Betrieb genommen, am Gutenborn wurde eine gern besuchte Kneipp Anlage geschaffen. Die Dorfbeleuchtung wurde zum großen Teil modernisiert, Kabel neu verlegt und für die Brunnen nötige Wasserleitungen von mehr als 2,5km verlegt. Das große Buch der Niederburger, die Ortschronik konnte Ende 2017 der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Zusammen mit Armin Henn+, Werner Stoffel und dem Ortsbürgermeister wurden Fakten, Daten und Bilder zusammen getragen und zu einem Buch geformt. Der Ortsbürgermeister präsentierte der Bevölkerung ein mehr als 730 Seiten zählendes Werk. Die Breitbandversorgung ist in der Grund- Ausführung FTTC im vergangenen Herbst in Betrieb gegangen, ein weiterer Ausbau erfolgt im Leh und zum Wasen in diesem Jahr zu FTTB. Das Denkmal wurde mit einer Kabelverlegung versorgt und eine Beleuchtung montiert. Das Denkmal und das Dorfkreuz konnten dank alter Handwerkskunst wieder saniert und wenn nötig wie zur Entstehungszeit neu aufgebaut werden. Das alles und vieles mehr wurde nur möglich, weil sich viele Niederburger einspannen ließen sich für ihre Gemeinde, ihr Dorf einzusetzen. Die Niederburger Vereine haben mit ihrer Zusammenarbeit und nicht von falscher Konkurrenz geprägtem Umgang eine hervorragend funktionierende Gemeinschaft geschaffen. Diesen Gemeinschaftseindruck lobte die Ministerpräsidentin ausdrücklich während ihres Besuches im Dezember vergangenen Jahres.

Klockner dankte zum Schluss seiner Ausführungen ausdrücklich seiner Familie, ohne die er diese Leistungen für das Dorf nicht hätte erbringen können. Den Niederburgern wünschte er einen engagierten Nachfolger oder Nachfolgerin. Zum Schluss der Versammlung dankte er noch einmal allen, die in den vergangenen 15 Jahren mit dazu beigetragen haben, dass Niederburg eine funktionierende und kameradschaftlich miteinander umgehende Gemeinschaft ist.

Hermann Josef Klockner, Ortsbürgermeister