GlhbirneDie Ereignisse vor allen Dingen der letzten Hexennacht in Niederburg bedürfen einer Klarstellung auf diesem Wege. Um es vorweg zu nehmen: Es gibt Ausartungen, die auf keinen Fall so wie geschehen akzeptiert werden können und künftig, auch im Interesse der beteiligten Jugendlichen ein Ende haben müssen. Bei allem Verständnis für die „Leichtfüßigkeit“ der Jugend, dies kann so nicht akzeptiert werden.

Ein schon bekannter Ruf ist in der Folge immer wieder der nach der Gemeindeobrigkeit, die nun mal für die Ordnung im Dorf gerade zu stehen hat. Das tut (versucht) er dann auch: Die Straßenbeleuchtung wird dauerhaft eingeschaltet, so dass diese das Dorf bis zum Morgengrauen erhellt; sollte man meinen. Erfolg gleich null, die Schalteinheit ist für einen größeren Personenkreis erreichbar und nur durch einen Panzerschrank effektiv sicherbar. An Tagen vor dem zu erwartenden Ereignis wird dann bei allen sich bietenden Gelegenheiten zur Vernunft ermahnt. Erfolg?! Dazu kommt die wenig nützliche Erfahrung, dass bei einer Maßregelung einzelner, auffälliger Jugendlicher Mütter und Väter sich einmischen und mit Drohungen und Beleidigungen reagieren. Wie man auf die Androhung von Gewalt reagieren muss, erlernt der Verantwortliche dann ebenso schnell und die Wut der Mütter folgt auf dem Fuß. Ebenso muss man sich als scheinbar für Alles Verantwortlicher auch nach mehr als zwei Jahren nach dem Ereignis mit dem Gerede „hinter dem Rücken erfreuen“ und die notorische Missachtung der eigenen Person befassen.

Die Aufarbeitung der Ereignisse kann vielfach erfolgen. Der Unterzeichner wird seinerseits versuchen, und nur das Versuchen ist ihm möglich, auf die Jugend einzuwirken, über die eigene Rufschädigung nachzudenken. So werden absolut positive Verhaltensweisen und Eindrücke zu Nichte gemacht. Sowohl bei vielen Theaterveranstaltungen als auch bei vielfältigen anderen Ereignissen ist auf die Jugend absolut verlass. Die positiven Eindrücke, die durch die Schaffung einer Jugendhütte und Beachvolleyballplatz auf dem Bolzplatz, bei der Hilfe in Vereinen, in der Gemeinde, bei vielfältigen gemeinschaftlichen Aktionen,  als auch bei der Einrichtung des Jugendraumes im Generationenhaus in Eigenregie entstanden sind, werden vor dem Hintergrund der Ereignisse der Hexennacht ad Absurdum geführt, regelrecht zerstört. Das haben die beteiligten Jugendlichen sich selbst zuzuschreiben.

Mitverantwortlich sind aber auch die heute und in der Vergangenheit Betroffenen. Mit der Kritik an einer Dorfbevölkerung wegen ihrer Zugehörigkeit zu einer Konfession und andere nennbare Beispiele oder der Verunglimpfung von Personen und Gemeinschaften, haben zu erwartenden „Erfolgen“ geführt. So genannte runde oder eckige Tische werden keinen Erfolg haben, Seminare oder Workshops? Erfolg fraglich?! Die, die es nötig haben, werden fehlen. Ein erklecklicher Teil der Verantwortung liegt in den Familien. Hier besteht immer noch die Möglichkeit, dem eigenen Nachwuchs die sprichwörtlichen „Leviten“ zu lesen und auch Sanktionen umzusetzen. Aber einfacher ist nun mal der Ruf nach Gemeindeoberen, Schulen, Behörden, runden und eckigen Tischen oder Weiterem, aber ja nicht bei sich selbst Verbesserungspotential suchen.

Die Hauptverantwortung liegt jedoch bei den beteiligten Jugendlichen, sie haben es in der Hand den zerstörten Ruf wieder herzustellen und für alle sicht- und erlebbar die Ereignisse aufzuarbeiten. Letztendlich müssen sich alle Beteiligten Fragen, wie sie mit ihren Mitmenschen und mit dem Gemeinschaftsleben im Dorf umgehen. „Besserwisserei, Kameraüberwachung von Jedem und Jeder, schon immer gewusst, wie“ sind keine Patentrezepte. Hier sind alle in der Verantwortung, dass sich solche Entgleisungen nicht wiederholen.

Hermann Josef Klockner, Ortsbürgermeister