DenkmalAm 21.11.1944 forderte ein Bomberangriff zwei Tote und zwei Schwerstverletzte. 52 Bomben wurden in der Niederburger Gemarkung im engen Radius rund um das Dorf abgeworfen, zwei Bomben fielen in die Wohnsiedlung, eine davon richtete ein fürchterliches Zerstörungswerk an.

Gegen 13:00 Uhr dieses trüben Novembertages kündigte dröhnender Motorenlärm feindlicher Bomber das Unheil an. Die Niederburger flüchteten, jeder nach Gewohnheit, die Einen in den Bunker, wieder andere an Stellen in Wohn- und landwirtschaftlichen Gebäuden oder einfach nur ins Freie, um Schutz vor den Bomben zu suchen. Nach den ersten Detonationen traf eine der Bomben das Haus König, direkt neben dem Pfarrhaus gelegen. Die Bombe durchschlug das Dach des Hauses, vorbei an einer der Töchter des Hauses, die sich dort aufhielt, danach durch die Decken des Gebäudes bis in den Keller. Erst dort detonierte die Bombe und richtete ihr schreckliches Unheil an. Das Haus stürzte ein, Personen und Tiere wurden durch die Luft gewirbelt. Dabei starben zwei der Familienmitglieder, weitere waren in den Trümmern des Hauses lebendig begraben.

Nach der Bergung der Überlebenden musste der uns älteren Niederburgern bekannten Else König beide Beine am Becken amputiert werden, Ihrer Mutter Johanna wurde am Bein amputiert. Ein Kind des Hauses –Alfons König - und die Tante Margarete – eine Schwester des Familienvaters und Hauseigners Anton König - wurden getötet.

Die Familie musste mit den Folgen des Bombenangriffs ohne Unterstützung fertig werden. Die beiden schwerstverletzten Frauen, besonders die bei Kindern für ihre Liebe hoch geachtete „Tante Else“ erfuhren nachfolgend noch mehr Leid. Ein Großbrand in der Nachbarschaft im Juli 1952 vernichtete das Dach des unter großen Mühen neu gebauten Hauses und darunter liegende Wohnräume.

Den Dank, den die Niederburger dem lieben Gott heute noch für die Verschonung vor der Totalzerstörung schulden, soll aber auch unbedingt an das Leid der Familie König erinnern. Gerade die beiden schwer verletzten Frauen haben durch ihre Liebe und Ihre Geduld bleibende Eindrücke hinterlassen und sind für alle die sie kannten unvergessen. Die noch lebenden Angehörigen der Familie erleben diesen Tag und die Erinnerung daran immer noch in tiefer Betroffenheit.

Die Feierstunde zum Volkstrauertag wollen die Niederburger nutzen der Opfer des Bomberangriffs, der Gefallenen und Vermissten beider Weltkriege und aller Gewaltopfer zu gedenken.

 

Am Sonntag, den 16.11.2014 findet um 11:00 Uhr am Denkmal in der Ortsmitte die Gedenkfeier statt. Feuerwehr, Rot Weiß Musikanten und Ortsvereine gestalten die Feierstunde zu der Niederburger und Gäste herzlich willkommen sind.

 

Hermann Josef Klockner, Ortsbürgermeister