Vorsorgeaktion2015Fast 150 Teilnehmer hatte die dreigeteilte Vorsorgeaktion der Kirchen- und Zivilgemeinde Niederburg. Keine leichten Vorgaben hatten sich die Organisatoren gegeben als sie sich mit der Themenauswahl und der Durchführung befassten. Die schweren Zeiten des Lebens sollten Thema der Abende sein: Das Älter- und Krankwerden, die Begleitung der Betroffenen zu Hause, in der Gemeinde, in Einrichtungen und die Betreuung durch Hospizeinrichtungen. Fachfrauen der Hospizvereinigung informierten am ersten Abend der Veranstaltungsreihe zusammen mit Pastor Manfred Weber und der Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Karola Vogel über Krankheit, Begleitung Sterbender und Erfahrungen bei nahendem Tod.

Der zweite Abend befasste sich mit Vorsorgethemen wie Patientenverfügung, Patientenvollmacht, gesetzliche Erbfolge, eventuelle Organspende und letzter Wille. Ein Fachmann der kirchlichen Verwaltung, Markus Weber vom SKFM Boppard (Sozialdienst Katholischer Frauen und Männer) hatte in der Halle des Generationenhauses eine große Zahl an Interessierten mit Informationen zu versorgen. Herr Weber fasste die komplexe Materie auch für ungeübte Zuhörer in gut gesetzte Worte. 

Der dritte Teil der Veranstaltung befasste sich mit der Bestattung und der Friedhofskultur. Hier wurden die zeitlichen als auch die organisatorischen Abläufe von einem Bestatter und dem Ortsbürgermeister beschrieben. Die mittlerweile geänderten Arten der Bestattung und die Vielzahl der Möglichkeiten der Grabgestaltung bzw. der Erinnerungsstätte wurden näher beschrieben. Der zu erwartende Unterhaltungsaufwand bei der Grabpflege spielt bei Überlegungen immer mehr die erste Rolle bei der Auswahl der letzten Ruhestätte. Der Ortsbürgermeister hatte zugesagt, die Anregungen und die Diskussionen in die künftigen Überlegungen des Ortsgemeinderates einfließen zu lassen. 

Die Kirchengemeinde und die Ortsgemeinde hatten hier wohl die richtigen Themen getroffen. Eine nicht erwartete Beteiligung der Niederburger Bevölkerung als auch auswärtiger Besucher waren Hinweis genug über die Menschen bewegende Themenauswahl. Die Beteiligung am Gedankenaustausch und die vorgebrachten Anregungen sind Motivation für die Verantwortlichen auch diesen gerne verschwiegenen und verdrängten Bereich des Lebens in Zukunft als Themengrundlage für Infoabende anzubieten. Für die nähere Zukunft sind schon weitere zu bearbeitende Themenkomplexe angedacht. Diese werden ab Herbst angeboten. Auch in diesem Themenfeld haben Niederburger Verantwortliche wieder bewiesen, dass man gemeinsam auch schwierige Themenbereiche aufgreifen und ein aufmerksames Publikum finden kann. Der Dank der Organisatoren gilt allen Referentinnen und Referenten für die offene Darstellung und allen Besuchern für die Diskussionsbereitschaft bei den Vortragsabenden.

Hermann Josef Klockner, Ortsbürgermeister