Die Diskussionen um Baudetails am fast fertigen Generationenhaus Niederburg rühren immer wieder die gleichen Vorurteile auf. Wir wollen hier in  Veröffentlichungen Stellung beziehen und Hintergründe beleuchten, um den interessierten Bürgern Fakten zu präsentieren.

Das Generationenhaus Niederburg hat einen Personen- und Lasten-Aufzug über mehrere Stockwerke erhalten.  Nicht der Spaß an aufwändigen Sachen hat die Verantwortlichen zu dem auch Kosten verursachenden Einbau angeleitet. Vielmehr gewährt das Land als Zuschussgeber keine Fördergelder (in Worten: Keinen Pfennig) an Bürgerhäusern, die auch für behinderte und alte Menschen renoviert und ausgebaut werden, wenn dies nicht behindertengerecht erfolgt. Planer und Verantwortliche der Gemeinde haben sich in der Planungsphase sehr angeregt über diese Umbauten unterhalten. So wurden Decken und Böden auf gleiche Höhen gebracht, Zugänge hergestellt, die vorher nicht vorhanden waren usw. Die Planungen wurden in der Folge von einem Behindertenbeauftragten detailgenau gutachterlich untersucht und geprüft. Hierbei wurde nur ein Publikumsraum im Gebäude mit einem nicht behindertengerechten Zugang akzeptiert. Erst danach gingen die Bauunterlagen auf den Weg durch die Instanzen. Die Kosten für den Aufzug belaufen sich auf 45.000€, die Hochbaukosten in ähnlicher Höhe. Das Land gewährt hierzu einen Zuschuss in voller Höhe. Die zu erwartenden jährlichen Kosten belaufen sich auf 2000€ inklusive der Gutachterkosten für die Sicherheit, Betrieb und Wartung der Anlage. Ein entsprechender Vertrag ist abgeschlossen. Hierzu muss man wissen, dass bei technischen Anlagen in öffentlichen Gebäuden eine regelmäßige Kontrolle vorgeschrieben ist.

Die Kosten beliefen sich in der Vergangenheit bei der Prüfung der Heizungs-, Klima-, Tank- und Elektroanlage usw. auf ca. je 800€ pro Prüfung und dienen der Sicherheit der Nutzer, hinzu kommen die Kosten für Wartungen. Diese Prüfungen, hierzu zählen auch die der Kontrolle der Wartungen, sind vorgeschrieben und werden vom TÜV oder ähnlichen berechtigten Organisationen durchgeführt. Die Kosten für Tankanlagen-, Ölheizungsprüfungen und die Kosten für Schornsteinfeger entfallen künftig.

Hermann Josef Klockner, Ortsbürgermeister

Das Brot „Alles von Hand gemacht“ war Inhalt des nächsten Vortrags. Brot und sein Werdegang im landwirtschaftlich geprägten Dorf, das Erzeugnis vieler Hände Arbeit. Kleine, große, junge oder alte Hände waren an der Erzeugung des Grundnahrungsmittels Nummer eins beteiligt. Von der Aussaat durch den Vater, zur Feldbearbeitung, dem Unkrautjäten, der Ernte, dem Bringen des Korns zur Mühle und dem Backen des Brotes, alle Arbeitsschritte per Hand wurden lebendig, natürlich in Platt geschildert. Selbst der Genuss des „Hasenbrotes“, einer vom Vater von der Arbeit nach Hause zurückgebrachten Brotschnitte und das Verspeisen der an den Rändern schon angetrockneten Brotscheiben erlebten die Zuhörer lebendig mit. Heute für die grüne Tonne, damals hoch geachtet und mit Spaß erwartet und verzehrt.

Ein besonders heiterer Vortrag war die Schilderung des Besuches der in Erregung geratenen Hausziege beim dörflichen Weitererzeuger, dem Ziegenbock. Die in Unruhe geratene Ziege lies kaum erkennen, dass sie eigentlich unbedingt zum Dorfkassanova ihrer Gattung wollte. Sie zog es zwar hin, aber oft musste sie auch getragen werden. Der Duft, dem körpereigenen Parfüm des Bocks, konnte man folgen, schneller wollte man jedoch weg davon. Kinder waren damals am gesamten dörflichen Leben, auch bei diesen Außerhausbesuchen der Ziege beteiligt. Außer zum Schluss wenn Herr Ziegenbock….. dann hatten die Kinder die Augen zu schließen.

Das Schicksal eines mehr als gebrauchten Pantoffels mit einem Loch am großen Zeh, der durch Kinderunvermögen beim Schlachten des Hausschweins in den Kessel mit Wurstsuppe geraten war, rundete den Abend zum Schluss ab. Das Lob, dass die Suppe in der Nachbarschaft erntete, diese wurde zur Schlachtzeit immer mit versorgt, war groß. Außergewöhnlich gut, nicht etwa schlecht, war das einhellige Urteil der beschenkten Nachbarschaft.

Der Applaus des restlos gefüllten großen Raums des Gasthauses war Gerda Heidelmann wie schon so oft sicher. Tragisches, Bewegendes, Nachdenkliches, Humorvolles und Lustiges wechselten sich gekonnt zusammengestellt ab. Wiederholung mit neuen Episoden, natürlich wieder im heimischen Dialekt, dem „Niederburger Platt“ wird es auch demnächst wieder geben. Mit neuen Geschichten und wie immer bei Gerdas Vorstellung von Eigengewächsen mit sehr viel Tiefgang und Humor.

Hermann Josef Klockner, Ortsbürgermeister