Nach bewegenden Wochen rund um das Martinsfeuer in Niederburg schufen mehr als 40 Niederburgerinnen und Niederburger im Alter von 3-73 Jahren wieder ein Martinsfeuer, das Erinnerungswert hat. Vor allen Dingen beeindruckte die Art „WIE“ es entstand.

Am frühen Samstagmorgen fand sich die Helfermannschaft zur Unterstützung des „Meertesjahrgangs“ am Feuerplatz auf der Felsenanhöhe ein. Das angelieferte Brennmaterial wurde per Hand und mit Hilfe eines Schleppers mit Frontlader aufgeschichtet. Der Holzstapel wuchs zusehends in die Höhe, am Schluss wurden fast 7 Höhenmeter gemessen. Besonderen Spaß machte wieder das Hand in Hand arbeiten vieler Generationen. Es klappte und machte Allen riesige Freude.

Foto 1: Gefunden: Zwei Mäuse (Simon und Lukas) …

Seit sich die ältesten Niederburger erinnern können, wird die Tradition des Martinsfeuerbauens für die Jugend um die früheren Schulentlassjahrgänge zur besonderen „Bewährungsprobe“ für die jungen Leute. Hier entwickelt sich ein Ehrgeiz und vor alle Dingen die Freude, gemeinsam mit dem Rest der Jugend der Dorfgemeinschaft zu beweisen, wie sich dieser Jahrgang engagiert. Richtig planen, Leute fragen, Mitmacher gewinnen, selbst im jungen Alter Vorbild sein; dies zu lernen hat noch keinem geschadet. Dass dann der Ehrgeiz von früheren Jahrgängen gefördert wird ist klar. Die gleichen Sprücheklopfer helfen gerade diesen jungen Leuten, die eigene Leistung zumindest in gleicher Weise zu wiederholen. Diese Tradition gehört zum Dorf und ist aus den Köpfen und dem Tun der Niederburger nicht wegzudenken. Was andere vermissen, den Spaß mit anderen Generationen zu haben und in der Gemeinschaft was zu leisten, die Niederburger Jugend macht mit und pflegt Traditionen. Wo andere ihre jungen Menschen vermissen ist der Niederburger Nachwuchs vertreten, bei der Fronleichnamsprozession, bei Festen der Vereine, bei der Dorfweihnacht, bei allen möglichen Arbeitseinsätzen, beim Theaterspiel oder eben auch am Martinsfeuer. Nach getaner Arbeit zusammen essen und gemeinsam noch ein paar Gedanken austauschen gehörte am vergangenen Samstag ebenso dazu. Bis in die frühen Abendstunden hockten die Generationen zusammen am kleinen Lagerfeuer und genossen die Abendstunde.

Den eigentlichen Martinstag eröffnete eine Martinsandacht in der Pfarrkirche, zu der Gebete, Lieder und ein eigens unter der Leitung von Else Rüdesheim einstudiertes Theaterstück um das Leben des Heiligen gehörten. Vor der Kirche warteten in diesem Jahr gleich zwei Pferde und ein weiblicher Martin auf die neugierigen Kinderaugen. Nach dem kurzfristigen Ausfall der Reiterfamilie hatte Annette Klockner zusammen mit ihren Freundinnen zwei Pferde, von denen keines alleine auf der Weide stehen will, zum Umzug gebracht. Die Pferde waren am Donnerstag zuvor mit Hilfe des Fanfarencorps an Musik, laute Geräusche und schnelle Bewegungen gewöhnt worden. Die Feuerwehr hatte die Zugsicherung übernommen und sorgte für die nötige Sicherheit während des Umzuges und an der Brennstelle. Die Musikanten der Rot Weiß Kapelle müssen in jedem Jahr die Hanglage Niederburgs überwinden, den Berg hinauf schnaufen und gleichzeitig munter für Musik sorgen. Klaus König freute sich wieder über seine mitmachenden Musikanten. Am Feuer, das wie immer von der Jugend, geleitet von der „Meerdesjugend“ angezündet wurde, spielten die Musikanten noch einmal auf. Die Jugendleitung des Sportvereins versorgte die Gäste und die Kinder mit Getränken. Jedes Kind erhielt wie immer einen Martinsweck, der von den Jagdpächtern gestiftet wurde. Der Dank der Gemeindeführung gilt wieder allen, die mitgeholfen haben eine alte Tradition zu pflegen. Danke allen, der Feuerwehr, den Musikanten, den Jugendleitern des Sportvereins, den Betreuerinnen der Pferde und allen, die sich positiv eingebracht haben, ganz besonders der Niederburger Jugend. „Wenn Ihr gebraucht werdet, seid Ihr euch nicht zu schade. Ihr seid spitze“

Hermann Josef Klockner, Ortsbürgermeister

Foto 2: …und ein Marienkäfer, mehr nicht. (Die, die es angeht werden wissen was gemeint ist!)