Verabschiedet haben sich am vergangenen Samstag zwei Handwerksgesellen, die zwei Monate in Niederburg zugebracht haben und bei heimischen Handwerksbetrieben ihre Arbeitskraft einbrachten. Die junge Dame, Landwirtin aus Berlin hatte bei der mittelrheinischen Winzerschaft bei der Traubenlese geholfen. Der junge Mann, Zimmermann von Beruf fand beim Holzbauer Schink in Niederburg eine Anstellung und eine Wohnung.

Beide, Frau und Mann sind schon längere Zeit auf der Walz. Sie unterwerfen sich damit strengen Regeln der Handwerkszünfte. Ausgerüstet mit „Sack und Pack“ ging es auf die Wanderschaft. Drei Jahre und ein Tag wird nicht nach Hause zurück gekehrt und nach möglichst vielen neuen Eindrücken und Erfahrungen gesucht. Beide haben vor etwas mehr als zwei Monaten zusammen gefunden und werden den Weg in den nächsten Monaten auch wieder getrennt fortsetzen. Er in Richtung Süden, Südsee, Sie in die Schweizer Berge, wo sie bei Ziegen und Schafen die Weihnachten zubringen will. Das Ganze in 2000m Höhe und mit ihrer Tierwelt alleine.

Beide meldeten sich mit einem Handwerkerspruch beim Ortsbürgermeister an und baten um einen Eintrag des Siegels in ihr Handwerkerbuch. Eine kleine Erzählstunde folgte in der Küche des Ortsbürgermeisters. Beide lobten die Freundlichkeit, Offenheit und Hilfsbereitschaft der Niederburgerinnen und Niederburger. Beide waren erstaunt und beeindruckt über das gute Miteinander der Generationen, dass sie bisher so nicht erlebt hätten. Gestärkt und mit einer Spende für die Reisekasse ausgestattet verließen beide Niederburg in Richtung Rhein. Beeindruckend wie viel sie an (Lebens) Erfahrung und Ruhe ausstrahlten, diese kennt man in der Regel nur von älteren Menschen.

Das Kompliment wird gerne weitergegeben, an die Familien Schink, Menne und an alle Niederburgerinnen und Niederburger und das egal ob jung oder alt.

 

Hermann Josef Klockner, Ortsbürgermeister