Kirmes201929Die Abläufe des Kirmesprogramms erfahren schon aus Traditionsgründen kaum Veränderungen. Vom Baumholen bis zur Beerdigung der Kirmes sind fast alle Programmpunkte seit Jahrzehnten festgeklopft, hier wird nichts verändert. In diesem Jahr war jedoch einiges anders als in den vergangenen Jahren, dass Erwähnung finden muss. Paula Kunz und Benedikt Oppenhäuser hatten sich vorgenommen zu zweit die „Lasten“ der Kirmesjugend zu übernehmen. Leider mehren sich in den letzten Jahren die Absagen der Jugendlichen aus den entsprechenden Geburtsjahrgängen aus unterschiedlichen Gründen. Deshalb ist es besonders erwähnenswert, dass sich beide aufgemacht haben diese alte Tradition nicht zu brechen. Paula Kunz hatte es geschafft an Kirmesmontag, eigentlich während des Kirmesgottesdienstes, der Gefallenenehrung und dem Kirmesmontagfrühschoppen Abiturarbeiten zu schreiben. Benedikt Oppenhäuser übernahm souverän die alleinige Vertretung der Kirmesjugend bei diesen Programmpunkten. Ohne engagierte Eltern ist solch eine Programmvielfalt nicht zu meistern. Die Eltern Kunz/Berghäuser und Petra und Ralf Oppenhäuser beteiligten sich nicht nur bei der Führerscheinschonung und Fahrdienst, beide Elternpaare standen uneingeschränkt zur Verfügung. Die Unterstützung der Dorfjugend ist auch hier gewährleistet, ansonsten wäre mit dem Verlust eines kompletten Kirmesjahrganges mehr als nur ein Teil der Kirmes verloren gegangen.Goellner238

Neu in diesem Jahr war die ausgedehnte Beteiligung der Damen und Herren, die die fünfzigste Wiederkehr der eigenen Zeit als Kirmesjugendliche feierten. Gar nicht „in die Jahre gekommen“ war der Gesamteindruck und die Ausdauer der eigenen Feier im Jahrgangsverbund.  Früh- und Dämmerschoppen bis zur Kirmesübergabe hatten es in sich. Der Ausdauerbeweis blieb nicht schuldig, er wurde voll und ganz erbracht.

„Die Kirmestradition ist erhalten geblieben“ oder hat sie sich gewandelt. Noch könne die Niederburger sich über ein Gasthaus freuen, aus dreien ist im Laufe der Jahre eines geworden. Vieles mehr hat sich gewandelt am Feiertag der Weihe der St. Stephanus Kirche. Geblieben ist etliches, das es zu erhalten gilt, trotz Winterwetter, Verlust der Saaltradition usw. Kirmes stellt ein Stück Heimatgeschichte dar, abgeschafft ist manches schnell, wiederbeleben ist nur schwer erreichbar. Eine Tradition, die nicht auf dem Prüfstand steht, sie verletzt keine Menschen, verbreitet keine Angst und Schrecken. Menschen können sich freuen auf gemeinsame Feiertage im wahrsten Sinne des Wortes. Deshalb ist es wichtig und richtig die Kirmesjugendlichen zu unterstützen und zu ermuntern, egal von wem und in welchem Alter.

Hermann Josef Klockner, Ortsbürgermeister

Bilder:

Bild1: Alter Kirmesvertreter mit den aktuellen Kirmesjugendlichen
Bild2: Kirmesjahrgang 1949/50