Allem Schreiben geht Denken voraus. Wenn ich schreibe, befreie ich mich von Gedanken. Sie sind tief im Leben verwurzelt und bringen mir die Erkenntnis des Philosophen René Descartes in Erinnerung: "Ich denke, also bin ich."

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Verglichen mit anderen Künstlern die musizieren, aus ihren Vorstellungen wunderschöne Formen und Figuren entstehen oder sich an Farben berauschen, sie verdichten und fließen lassen, reihe ich einfach nur Worte aneinander. Am liebsten beschreibe ich Menschen. Sie sind die faszinierendsten Kreaturen in Gottes Schöpfung. Das konnte ich während meiner Wanderjahre durch die Welt sehr gut beobachten.

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Geprägt durch meine Erziehung und die religiösen Wurzeln entstand in mir sehr viel Mitgefühl, sogar Mitleid. Mit dem Schreiben entdeckte ich ein Ventil, eine Art der Verarbeitung von Gemütsbewegungen.

Freude und Glück haben Gott sei Dank nicht gefehlt. Sie sind wesentliche Essenzen eines Lebens. Müsste ich sie mit einer anderen Kunst vergleichen, kommt meine schriftstellerische Arbeit dem Tanz am Nächsten. Die Schnelligkeit, Biegsamkeit, Schwerelosigkeit, aber auch die Erdnähe, das Gebrochene, Verletzliche, Dunkle meiner Gedanken sind Begriffe, die ich damit verbinde. Selbst die Erschöpfung und Atemlosigkeit danach; Freude über den Ausdruck und die Emotion, die ich bei anderen Menschen auslösen kann.

 

 

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Den Roman "Die Höhle" über den Krieg im ehemaligen Jugoslawien habe ich nicht veröffentlich. Wohl dagegen mein kleines Buch "München - Venedig, Zu Fuß über die Alpen" und dann "Goar und sein Weg zum Rhein". Bezeichnend, dass ich Wege beschreibe.

 

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Große Freude bereiten mir Kurzgeschichten. Überrascht stellte ichfest, dass ich mich damit scheinbar dem Zeitgeist beuge. Alles ist so schnelllebig geworden. Doch das ist es nicht, sondern die Freude an der Herausforderung, Wesentliches in Kürze auszudrücken. So wie Elias Canetti es tat, den ich sehr verehre.

 

 

 

 

 

 

22.12.2005: Präsentation in Venedig

Am 12.12.2005 konnte ich mein Buch „Goar und sein Weg zum Rhein“ der Fondazione Querini Stampalia in Venedigheidelmann venedig biblioth präsentieren. Hinter diesem Namen verbirgt sich die Geschichte des letzten, kinderlos gebliebenen Grafen Giovanni Querini Stampalia, der 1869 der Stadt Venedig seinen Palast vererbte und bestimmte, dass die Bibliothek, die Gemäldegalerie und die Kunstgegenstände seines Palastes dem Publikum zugänglich gemacht und im ersten Stock, dem „piano mobile“, Lesezimmer eingerichtet werden sollten.

Die Bibliothek umfasst heute ca. 250 000 Bände und ist ein Mittelpunkt für Venedigs Jugend. Außer montags können die Studentinnen und Studenten jeden Tag bis um Mitternacht in den gewiss schönsten Lesesälen der Welt ihren Studien nachgehen.

Die Erweiterung zu einem Kongresszentrum für Kunst und Musik mit einem Café und einem von Carlo Scarpa gestalteten Innengarten macht diesen Palast inzwischen zu einem Treffpunkt der Jugend aus ganz Italien und dem Ausland. Ich bin sehr glücklich darüber, dass neben meiner ersten Schilderung „München – Venedig. Zu Fuß über die Alpen“ auch mein Buch über den Namensgeber der Stadt St. Goar in dieser einzigartigen Bibliothek einen Platz fand. Für mich ist es ein wunderbarer Verdienst, literarisch in der schönen Stadt in der Lagune vertreten zu sein.

 

„Rückblicke“, der schmale Band, herausgegeben im Oktober 2006, ist eine Liebeserklärung an Niederburg. Durch die

20070701 rueckblicke Monatsbetrachtungen über das Leben und Arbeiten von Januar bis Dezember bleibt uns die arbeits- jedoch auch geruhsame Zeit unserer Eltern und Großeltern in Erinnerung, die sie als Bauern oder Handwerker in Niederburg verlebten. Das Andenken soll uns auch stolz auf unsere Wurzeln sein lassen, denn aus ihnen erwächst Kraft für die heutige, veränderte Zeit.

Mit der Weihnachtsgeschichte, wie sie nicht in der Bibel steht, und der Vorstellung der „Niederburger im Himmel“, im Dialekt, wird der Jahresablauf mit Humor und Liebe zum Detail wachgehalten, der die Lektüre des 72-seitigen Bandes erfrischend und herzerwärmend macht.

Meinen Freunden und Fans eine literarisch/musikalische Gemeinsamkeit in der besonderen Atmosphäre der Krypta der Stiftskirche in St. Goar zu gönnen war mein großer Wunsch. Die Lesung, umrahmt von Tandaradei, den Spielleut’ aus St. Goar-Oberwesel, fand am 27. Mai 2009 um 17 Uhr statt. Ich las zwei Kurzgeschichten aus meiner Sammlung Binoculi: Die Wanderung und Das Jubiläum. Es war beglückend einfach für die zahlreichen Anwesenden, denn „Zuhören ist einfacher als tun“ (Sprichwort).

 

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Meine Benefizlesung zugunsten blinder und körperbehinderter Jugendlicher auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela war für mich eine Herausforderung auch durch das Thema mit dem Titel: Die Stunde der Schnecken". Die Kurzgeschichte behandelt das Problem der Züchtung von Embryonen aus menschlichen und tierischen Zellen.

Die Lesung fand am 29.05.2010 vor einer beachtlichen Besucherzahl im Panorama-Café Maria Ruh in Urbar statt. Das Ergebnis der Lesung, 500,-- €, konnte ich dem Ehepaar René und Claire Cuomo von der Association Rhône-Alpes des Amis de Saint-Jacques übergeben. Die beiden gehören zum Team der nächsten Pilgerfahrt mit Behinderten vom 20.09 - 06.10.2010.

Der Clown, der am 18.07.2010 in der ersten Bankreihe der Liebfrauenkirche in Oberwesel dem Orgelkonzert lauschte, bin ich. Der besondere Grund war mein 70. Geburtstag.

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IMG 7162Das fröhliche Clownsgesicht sollte Ausdruck meiner Erkenntnis sein, mit diesen Lebensjahrzehnten ein wenig mehr Gelassenheit und Großzügigkeit erworben zu haben, um mit Humor die letzte Etappe zu bewältigen. Es lag nahe, mit dem französischen Pilgerlied, von mir gesungen vor dem Bildnis des heiligen Jakobus, darauf hinzuweisen, dass ich weiterhin auf dem Weg bin."

 

 

 

 

In Vialaques (Straße der Seen) im schönen Cantal der Auvergne in Frankreich führte ich am 18.08.2012 mein kleines Theaterstück "Geräusche einst": "Rumeurs d´autrefois" auf französisch auf. Wir studierten es mit viel Freude ein, hatten eine Generalprobe und dann eine Uraufführung. Es war eine phantastische Gruppe, selbst zwei kleine französische Buben spielten mit.

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Am Morgen danach stellten wir uns zu einem Foto: Les voilà!

 

Gerda C. Heidelmann
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